Analfissur
Bei einer Analfissur handelt es sich um einen Einriss in der Haut des Analkanals. Rund 10% aller Patienten mit Enddarm-Beschwerden leiden unter einer Analfissur.
Hämorrhoiden begünstigen eine Analfissur, denn bei diesem Leiden sind der Zustrom und der Abfluss von Blut gestört. Das Gewebe ist somit oft nur unzureichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt, was die Heilung eines Risses im Analkanal erschwert.
Charakteristisch für eine Analfissur ist ein äußerst intensiver Schmerz während und nach der Stuhlpassage, der für einige Stunden anhalten kann. Zweithäufigstes Symptom ist die Blutung. Die starken Schmerzen führen dazu, dass der Schließmuskel verkrampft (Sphinkterspasmus). Ein verkrampfter Schließmuskel verschlechtert die Durchblutung des Gewebes und verhindert die Heilung.
Die Therapie mit einem Analdehner und einer schmerzstillenden und muskelentspannenden Salbe führt zur Entspannung des Schließmuskels und damit zur verbesserten Durchblutung des Gewebes. Diese Behandlung wirkt aber nur bei akuten Fissuren.
Operative Behandlung
Bei therapieresistenten akuten und bei chronischen Fissuren muss der Narbenbereich operativ entfernt werden (Fissurektomie). Von einer Teildurchtrennung des inneren Schließmuskels (Sphinkterotomie), die einige Medizinseiten im Internet noch immer propagieren, raten Experten mittlerweile dringend ab: Es hat sich gezeigt, dass manche Patienten plötzlich Jahre nach der Operation den Stuhl nicht mehr halten können.