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Kniescheibenprobleme


Die Kniescheibe (Patella) überträgt die Kraft der Muskulatur der Oberschenkelvorderseite auf den Unterschenkel. Sie hat hierbei mechanisch die Aufgabe einer Umlenkrolle. Um ihrer Aufgabe gerecht zu werden gleitet die Kniescheibe im Gleitlager an der Knievorderseite auf und ab. Das Gleitlager wird von dem Kniegelenksanteil des großen Oberschenkelknochens (Femur) gebildet. Die Gleitflächen des Kniescheibengelenkes bestehen aus Gelenkknorpel, der durch seine Elastizität die Gelenkbelastungen reduziert. Verschleißen diese Knorpelflächen, kommt es zur Ausbildung einer Arthrose (Retropatellararthrose).

Probleme im sog. Kniescheibengelenk können im wesentlichen durch folgende Krankheitsbilder ausgelöst werden:

  • Kniescheibenverrenkung (Patella-Luxation)
  • Schieflauf der Kniescheibe (Subluxation der Patella)
  • Fehlform der Kniescheibe (angeboren)
  • X-Beinstellung

Diese Krankheitsbilder führen dann zu:

  • vermehrtem Anpressdruck von Teilen der Kniescheibe (Hyperkompression der Patella)
  • Knorpelschäden an der Kniescheibe (Chondropathia patellae)
  • Kniescheibenarthrose (Femoropatellar-Arthrose)

Bei ungleichmäßigem Anpressdruck und sich gleichzeitig ausbildendem Knorpelschaden der Kniescheibe bzw. des Gleitlagers kommt es durch Knorpelabrieb zu einem Reiz der Gelenkschleimhaut, die dann vermehrt Gelenkwasser produziert und eine Gelenkentzündung verursacht. Durch den Entzündungszustand kommt es zu einer weiteren ungünstigen Beeinflussung des vorgeschädigten Gelenkknorpels. Es entsteht so ein Teufelskreis, der zu einem immer schnelleren Verschleiß des Kniescheibengelenkes führt.

Patella und Gleitlager

Behandlungsprinzip
Die Therapie dieser Schäden können – wenn notwendig – folgende Maßnahmen beinhalten:

1. Die Glättung des Gelenkknorpels von Kniescheibe und/oder Gleitlager oder, bei Vorliegen von Knorpelglatzen, auch die Abrasion (siehe Patienteninfo Knorpelschaden).

2. Die Zentrierung der Kniescheibe durch Einkerbung der Kapselaufhängung der Kniescheibe an deren Außenseite (laterales release).

3. Bei einer Patellaluxation kann es notwendig sein, zusätzlich die innere Kapselaufhängung der Kniescheibe zu raffen. Alle Maßnahmen, d.h. die Knorpelglättung, die
Kapseldurchtrennung und die Kapselraffung werden arthroskopisch durchgeführt.

4. Patienten mit einer ausgeprägten Fehlform der Kniescheibe, evtl. in Verbindung mit einem X-Bein, können arthroskopisch nicht erfolgversprechend operiert werden. Diese
benötigen evtl. eine große offene Operation mit Versetzung des knöchernen Kniescheibensehnenansatzes.

Nachbehandlung
Patienten mit Knorpelschäden bedürfen für den Wiederaufbau der – durch Schonung – geschwächten Muskulatur einer adäquaten krankengymnastischen Nachbehandlung. Bei Durchführung eine Kapselraffung wird anfangs auch der Bewegungsumfang begrenzt.Im Weiteren kommt es nach der Operation darauf an, verschleißfördernde Faktoren zu erkennen und, wo möglich, abzuändern. Hierzu gehören: Übergewicht, gelenkbelastende Sportarten, Achsfehlstellungen, gelenkbelastende Arbeiten etc.

Arbeitsfähigkeit
Nach arthroskopisch-chirurgischer Kniescheiben- und Knorpelbehandlung besteht für Büroarbeiter eine Arbeitsunfähigkeit von ca. 2 Wochen, für körperliche Arbeiten solange Gehstützen benutzt werden zuzüglich einer Zeit von 1-2 Wochen.

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