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Komplikationen und Risiken


Risiken und Hinweise in dieser Information treffen nicht in jedem Fall und auf alle Eingriffe zu. Es bedarf der persönlichen Aufklärung durch den Arzt, um das individuelle
OP-Risiko einschätzen zu können!

Folgende Komplikationen können auftreten:

Infektionen (eitrige Entzündung)
Aufgrund der Tatsache, dass Krankheitserreger überall vorhanden sind, besteht bei jedem ärztlichen Eingriff, der mit einer Verletzung der Haut einhergeht, die Gefahr der Infektion (bei arthroskopischen Eingriffen ca. 1:1000, bei offenen Eingriffen etwas mehr). Wenn diese Komplikation eintritt, kann dies schwerwiegende Konsequenzen zur Folge haben (Zweiteingriffe, medikamentöse Behandlung, Versteifung des Gelenkes, Amputation einer Gliedmaße als letzte Möglichkeit)

Wundheilungsstörung
Durch unterschiedliche Einflüsse, wie Durchblutungsstörungen, Lymphabflußstörungen und auch Verunreinigungen von außen können Wundheilungsstörungen auftreten. Dabei ist das Risiko bei arthroskopischen Eingriffen geringer als bei offenen Eingriffen. In der Regel heilt eine Wundheilungsstörung ohne weiterreichende Folgen ab.

Thrombose/Embolie
Diese Komplikation entsteht durch eine Störung im Blutgerinnungssystem mit Bildung von Blutgerinnseln (Thromben) und dem evtl. Losreißen dieser Thromben und Verschleppung in andere Organe (Embolie), wie z.B. in Lunge, Gehirn etc. Daraus können sich schwerwiegende Störungen der Lebensfunktion (Atmung, Herzfunktion) ergeben. Diese Komplikation ist bei ambulanten Eingriffen mit sofortiger Mobilisation sehr selten.

Verletzung anderer Strukturen (Nerven, Blutgefäße, Sehnen)
Das operative Vorgehen wird so geplant, dass unter normalen Umständen eine derartige Verletzung nicht eintreten kann. Aufgrund anatomischer Varianten bei einzelnen Patienten oder veränderter anatomischer Lageverhältnisse bei Zweiteingriffen sind solche Verletzungen jedoch denkbar. Die Folgen sind abhängig von der verletzten Struktur, evtl. schwere Blutungen (Gefäßverletzung), Funktionsverluste von Muskeln (Sehnenverletzung) oder Lähmungen (Nervenverletzung). All diese Verletzungen können weitreichende Maßnahmen zur Folge haben, wie z.B. Bluttransfusionen oder weitere operative Maßnahmen.

Seitenbandverletzung (nur bei arthroskopischen Eingriffen)
Bei arthroskopischen Eingriffen wird ein Beinhalter, der das zu operierende Bein fixiert, verwendet. Das ist notwendig, um den Gelenkspalt aufdehnen zu können, um vollständigen Einblick in alle Anteile des Kniegelenkes zu bekommen und um auch in schwer zugänglichen Gelenkabschnitten (Meniskushinterhorn) operieren zu können. Dabei kann es zu einer Überdehnung der Seitenbänder kommen. Eine Operation des Seitenbandes ist fast nie nötig, in seltenen Fällen muss das Bein jedoch für einige Wochen in einer Schiene ruhiggestellt werden.

Reizgelenk und Ergussbildung
Nach der Operation muss das operierte Gelenk unbedingt geschont werden. Konsequente Hochlagerung und Kühlung, sowie regelmäßig durchgeführte Anspannungsübungen sind ebenso wichtig. Trotzdem kann es nach einer Operation zu einer Ergussbildung kommen. Ist dies der Fall, muss der behandelnde Arzt aufgesucht werden. Evtl. ist es erforderlich zu punktieren, d.h. den Erguss mit einer Spritze abzuziehen.

Restbeschwerden bei fortgeschrittenen Verschleißerkrankungen
Die komplette Wiederherstellung nach Operationen mit Behandlung von Verschleißerkrankungen kann bis zu einem Jahr dauern. Die Operation ist in diesem Falle eine “Reparaturoperation”. Sie können nicht erwarten, dass Ihr Gelenk in jedem Fall wieder wie neu wird. Bei sehr starken Verschleißerscheinungen können die Beschwerden fortbestehen, da durch eine gelenkerhaltende Operation eine Verbesserung nicht immer möglich ist. Dann ist ein künstliches Kniegelenk nötig.

Offene Operation
In seltenen Fällen ist es aufgrund einer intraoperativen Komplikation (Blutungen) notwendig, einen Schnitt anzulegen um die Komplikation zu beheben.

Auch wenn keine dieser Komplikationen eintritt, was der Normalfall ist, müssen Sie in Betracht ziehen, dass kein Arzt die Garantie für den Erfolg der ärztlichen Maßnahme geben kann, d.h. dass auch bei regelrecht durchgeführter Operation der Erfolg nicht oder nicht vollständig eintritt, Ihre Beschwerden also fortbestehen können.

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