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Hallux (Großzehenballen)


Leicht vergrößerter Großzehenballen mit Abweichung der Großzehe
Bei dieser häufig vererbten Veranlagung ist der Winkel zwischen erstem und  zweitem Mittelfußknochen etwas größer als normal. Die Großzehe biegt sich  nach außen. Knöcherne Anlagerungen am ersten Mittelfußköpfchen kommen  hinzu. Die Folge sind Reizungen, Schwellungen und Schmerzen am  Großzehenballen. Durch die Fehlstellung entstehen frühzeitige  Verschleißveränderungen am Grundgelenk.
Mögliche Behandlung:
Operation nach Austin/Chevron:
Der Knochen wird im Bereich des Köpfchens umgestellt und mit einem dünnen  Metalldraht oder einer kleinen Schraube fixiert. Beides braucht in der  Regel nicht entfernt werden.
Nachbehandlung:
Die Heilung dauert mehrere Wochen, weshalb etwa 2-4 Wochen ein spezieller  Schuh getragen werden muß.

Stark vergrößerter Ballen mit erheblicher Abweichung der Großzehe
Durch einen stark vergrößerten Winkel zwischen erstem und zweitem  Mittelfußknochen steht der Großzehenballen sehr weit hervor. Die Großzehe  kann sich über oder unter die zweite Zehe schieben oder diese nach außen  drängen. Schmerzen, Schwellungen, Hornhaut und Fehlbelastungen entstehen,  die durch enges Schuhwerk noch verstärkt werden. Die Veranlagung hierzu  ist vererbt.
Mögliche Behandlung:
Basisnahe Osteotomie mit Aufklappung des Knochens (opening-wedge)
Der Knochen muß im Bereich der Basis des Mittelfußknochenschafts  umgestellt werden. Der durchtrennte Knochen wird mit Schrauben und einer  Platte vereinigt. Dieses Metall muss meist nicht entfernt werden.
Nachbehandlung:
Die Heilung dauert mehrere Wochen, weshalb etwa 4-5 Wochen ein spezieller  Schuh getragen werden muß.

Vergrößerter Großzehenballen mit Gelenkabnutzung (Arthrose)
Als Folge einer Fehlstellung der Großzehe oder auch nach rheumatischen  Gelenkentzündungen kann eine verstärkte Abnutzung des Grundgelenks  entstehen. Der Gelenkknorpel oder das ganze Gelenk sind teilweise oder  auch vollständig zerstört.
Behandlungsmöglichkeiten:
Man kann eine Gelenkversteifung durchführen, indem man das Gelenk entfernt  und die benachbarten Knochen mit Draht oder Schrauben fest aneinander  fügt, bis sie zusammengewachsen sind. Die Schmerzen sind sicher beseitigt,  eine Gelenkbeweglichkeit ist aber nicht mehr möglich.
Ggf. entfernt man einen Teil des Gelenks, trägt die Knochenanlagerungen ab  und bildet ein Falschgelenk aus. Straffes Bindegewebe zwischen den  Knochenanteilen läßt eine ausreichende Beweglichkeit zu. Dieses Verfahren  sollte nur bei älteren Patienten Anwendung finden.
Man kann auch ein künstliches Gelenk einsetzen, nachdem eine oder beide  Gelenkflächen entfernt wurden. Welche Operation in Ihrem speziellen Fall  durchgeführt werden kann, erläutert Ihnen Ihr Arzt. Langzeiterfahrungen  stehen aber noch aus.
Nachbehandlung:
Sofern keine knöcherne Versteifung abgewartet werden muß, ist es möglich,  schon bald nach der Wundheilung wieder zu laufen. Vorübergehend muß ein  besonderer Schuh getragen werden.

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