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De Quervain`sche Erkrankung


Was ist eine de Quervain’sche Erkrankung ?
Unmittelbar vor dem Handgelenk liegt auf der Speiche ein ringartiger Kanal. In diesem Kanal verlaufen mehrere Sehnen zum Daumen. Durch Überanstrengungen oder Entzündungen kann der Kanal zu eng werden. Äußerlich spürt man dann an dieser Stelle eine deutlich schmerzhafte Verdickung. Infolge des engen Kanals gleiten die Sehnen nicht ohne Widerstand bei Bewegungen des Daumens. Sie reiben im Kanal. Auch hierdurch entsteht Schmerz.

Wie wird diese Krankheit genau diagnostiziert ?
Die de Quervain`sche Krankheit kann nicht im Röntgenbild gesehen werden. Röntgenaufnahmen des Handgelenkes dienen dem Ausschluss anderer Krankheiten, wie z.B. der Arthrose des Sattelgelenkes.
Besonders typisch für die de Quervain`sche Erkrankung ist der Test nach Finkelstein:
Hierbei wird der Daumen in die Hand eingeschlagen und von den Fingern umfasst. Dann wird die ganze Hand nach unten – d.h. in Richtung Elle – bewegt. Wenn sich hierdurch der Schmerz sehr verschärft, ist die Diagnose sehr wahrscheinlich.

Woher stammt der Ausdruck de Quervain für diese Erkrankung?
De Quervain war ein Schweizer Chirurg, der 1896 diese Erkrankung zum ersten Male beschrieb.

Wie wird die de Quervain’sche Erkrankung behandelt?
Im Anfangsstadium der Erkrankung erfolgt die Therapie konservativ: Angewendet werden Salbenverbände, Schienen, Bestrahlungen und Injektionen. Führt dies nach einigen Monaten nicht zum Erfolg, ist eine Operation erforderlich.

Was geschieht bei der Operation?
Es wird durch einen kleinen Schnitt der eingeengte Kanal freigelegt und dann erweitert. Bei der Operation wird das Band durchtrennt. Hiernach können die zuvor eingeengten Sehen wieder frei gleiten.

Welche Risiken hat die Operation?
Risiken einer Operation können nur individuell umfassend besprochen werden.
Es sei hier jedoch eine Komplikation besonders erwähnt:
In der Nähe des eingeengten Kanals verläuft ein Hautnerv, der das Gefühl auf der Streckseite des Daumens und des Zeigefingers vermittelt. Dieser Nerv kann verletzt werden. Hierbei ist nicht der Verlust des Gefühls das größte Problem, sondern der elektrisierende Schmerz an der Verletzungsstelle.

Welche Betäubung ist für die Operation erforderlich?
Wir führen den Eingriff in einer so genannten iv.-Regionalanästhesie durch. Der Narkosearzt legt eine Blutdruckmanschette an den Arm an, diese wird gefüllt. In eine Vene des Unterarms wird dann ein lokales Betäubungsmittel injiziert. Dies führt dazu, dass der Unterarm ab der Blutdruckmanschette schmerzfrei wird. Störend kann manchmal der Druck der Blutdruckmanschette sein, bei kurzen Eingriffen wird dies aber in der Regel problemlos toleriert. Auf Wunsch kann auch zusätzlich ein leichtes Schlafmittel gegeben werden.

Ist die Narbe lange empfindlich?
Narben in der Hand sind stets länger empfindlich als Narben an anderen Körperstellen (die Hand hat eine hohe Dichte von Gefühlsnerven). Es ist also durchaus normal, wenn Sie nach 6 oder 8 Wochen die Narben beim täglichen Einsatz der Hand unangenehm spüren. Zu diesem Zeitpunkt ist die Narbe auch immer etwas gerötet und dicker. Bis dies abklingt, vergehen ca. 6 Monate.

Was ist in der Nachbehandlung zu beachten?
Die operierte Hand sollte schrittweise wieder an die normale alltägliche Belastung herangeführt werden. Gehen Sie zu forsch vor, wird die Hand schmerzen und anschwellen. Empfehlenswert ist es, die operierte Hand in den ersten Monaten mehrmals täglich mit einer fetthaltigen Creme einzureiben.

Was ist wenn auch die Schmerzen nach der Operation nach Monaten nicht nachlassen?
Dies kann vielfältige Gründe haben:
Im Bereich des speichenseitigen Unterarmes gibt es Krankheiten die ähnliche Symptome machen können (z.B. die Arthrose des Daumensattelgelenkes, Störungen der Nervus radialis Funktion). Möglich ist auch, dass eine Variante vorgelegen hat. Bei dieser Variante der Erkrankung liegt im Kanal des 1. Streckerfaches noch ein eigenes Sehnenfach, das ebenfalls gespalten werden muss.

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