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Schleimcyste


Was ist eine mukoide Cyste?
Die mukoide Cyste am Endgelenk eines Fingers oder auch des Daumens ist ähnlich einem Ganglion (Überbein) am Handgelenk. Jedes Gelenk ist von einer Kapsel umgeben (wie eine Apfelsine von einer Schale). Kommt es nun zu einer Lücke in der Endgelenkkapsel, so kann sich durch diese Lücke Gelenkschleimhaut und Gelenkschmiere nach außen in Richtung Haut vorwölben.

Was verursacht die Lücke in der Gelenkkapsel?
Ursache der mukoiden Cysten sind meist Arthrosen der Endgelenke. Im Röntgenbild findet man fast immer entsprechende Veränderungen. Nicht selten findet man auch an anderen Fingern das typische Bild einer Endgelenksarthrose mit Heberdenknötchen.

Welche Gefahr für den Fingernagel geht von einer mukoiden Cyste aus?
Mukoide Cysten, die in Richtung Nagel wachsen, führen sehr häufig zu höchst unschönen Störungen des Nagelwachstums.
Der Nagel vor der Cyste ist eingesunken und verformt!

Was passiert wenn die Cyste platzt?
Es besteht Infektionsgefahr für das Endgelenk, da die mukoiden Cysten mit dem Endgelenk verbunden sind!
Viele Patienten sind nach dem Platzen der Cyste erleichtert, da die Schmerzen zunächst einmal nachlassen. In ungünstigen Fällen können jedoch Bakterien der Haut durch die geplatzte Cyste in das Endgelenk wandern und dort schwere Schäden verursachen.

Wie soll man sich verhalten, wenn eine Cyste platzt?
Decken Sie die geplatzte Cyste sofort mit einem sterilen Pflaster ab. Vermeiden Sie jeden Kontakt mit Feuchtigkeit oder Schmutz in den darauf folgenden Tagen. Konsultieren Sie Ihren Arzt. Sollten der Finger im Endgelenk sich röten und schmerzhaft anschwellen, suchen Sie sofort einen Chirurgen auf!

Darf man die Cyste selbst mit einer Nadel aufstechen?
Nein. Diese Nadel ist nicht steril. Selbst aufgestochene Cysten können zu schweren Endgelenksinfektionen führen! Die Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie rät in ihren Leitlinien auch Ärzten von Punktionen oder einfachem Aufschneiden der Cyste ab.

Ist eine Röntgenuntersuchung des betroffenen Fingers notwendig?
Ja. Hierbei kann eine zugrunde liegende Arthrose sicher erkannt werden. Auch kann der Arzt knöcherne Vorsprünge am Endgelenk erkennen, die bei einer Operation gemeinsam mit der Cyste entfernt werden müssen.

Muss eine mukoide Zyste operiert werden?
In aller Regel ja; denn bei jeder Zyste besteht die Wahrscheinlichkeit des Platzens und damit die Gefahr einer Endgelenksinfektion.

Wie dringlich ist die Operation?
Die Dringlichkeit kann sehr stark variieren.
Als Faustregel gilt: Je dünner die Haut über der Zyste (d.h. je größer die Gefahr des Platzens) desto dringlicher sollte operiert werden. Lediglich bei schon etwas geröteter Haut um die Zyste sollte zunächst konservativ – eventuell auch mit Antibiotika – behandelt werden.

Was wird bei der Operation gemacht?
Bei der Operation muss die gesamte mukoide Zyste – einschließlich des in das Endgelenk hinein reichenden Stieles – entfernt werden. Finden sich in der Nähe des Endgelenkes Knochenvorsprünge, so müssen auch diese entfernt werden, da sonst die Zyste wahrscheinlich erneut auftreten wird.

Was geschieht mit der über der Zyste gelegenen, stark ausgedünnten Haut?
Diese extrem dünne Haut ist für eine Hautnaht ungeeignet. Sie wird gemeinsam mit der Zyste entfernt.
Ist dieses Hautareal sehr groß, so muss der entstehende Defekt durch seitliche Hautlappenverschiebung oder auch einmal durch eine Hauttransplantation geschlossen werden.

Was passiert mit einer eventuell vorhandenen Arthrose des Endgelenkes?
In Einzelfällen, z.B. bei schon langer schmerzender Arthrose, oder starker Verformung des Endgelenkes, kann es notwendig werden, mit Entfernung der Zyste auch das Endgelenk zu versteifen. (Bitte das Wort “versteifen” nicht missverstehen: Nur das Endgelenk können Sie nach einer solchen Operation nicht mehr bewegen und nicht etwa den Finger!)

Kann der Eingriff ambulant durchgeführt werden?
Ja! Wir prüfen dies gemeinsam mit Ihnen. Bei unserem Rat, ob ambulant oder stationär sind nicht nur medizinische Gesichtspunkte zu berücksichtigen, sondern auch Aspekte der häuslichen Betreuung in den ersten Tagen nach der Operation. So müssen beispielsweise Alleinstehende eher einmal stationär behandelt werden.

Welche Betäubung ist für den Eingriff notwendig?
Wir führen den Eingriff in einer so genannten iv.-Regionalanästhesie durch. Der Narkosearzt legt eine Blutdruckmanschette an den Arm an, diese wird gefüllt. In eine Vene des Unterarms wird dann ein lokales Betäubungsmittel injiziert. Dies führt dazu, dass der Unterarm ab der Blutdruckmanschette schmerzfrei wird. Störend kann manchmal der Druck der Blutdruckmanschette sein, bei kurzen Eingriffen wird dies aber in der Regel problemlos toleriert. Auf Wunsch kann auch zusätzlich ein leichtes Schlafmittel gegeben werden.

Welche Risiken hat die Operation?
Keine Operation ohne Risiko. Allerdings sei vorausgeschickt, dass die überwiegende Zahl der von erfahrenen Chirurgen operierten Patienten den Eingriff ohne Komplikationen übersteht und dass sich auch der gewünschte Erfolg einstellt. Die unten stehende Aufzählung der Risiken kann auch nur ein Überblick sein, da individuelle Risiken hier nicht berücksichtigt werden können.

  • So kann es in Ausnahmefällen zu Störungen der Wundheilung oder zu einer schlechteren Bewegung in dem ganzen Finger oder sogar in der ganzen Hand kommen.
  • Auch kann verschobene oder verpflanzte Haut einmal absterben und so die Wundheilung wesentlich verzögern.
  • Schwere Infektionen sind selten; sie machen jedoch oft eine erneute Operation erforderlich.

Kann die Zyste nach der Operation erneut auftreten?
Ja. Die Rezidivrate liegt bei ca. 20%!

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