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Tennisellenbogen


Die beim so genannten Tennisellenbogen auftretenden Schmerzen haben ihre Ursache meist in einer Überlastung von Sehnenansätzen. Entweder handelt es sich um eine akute Überlastung, weil eine ungewohnte manuelle Tätigkeit zu intensiv durchgeführt wurde, oder eine chronische Überlastung, weil die Erholungsphasen zwischen immer wiederkehrenden Belastungen zu kurz waren.
Die entsprechenden Muskeln sitzen am Unterarm und sind für die Streckung des Handgelenkes verantwortlich. Dementsprechend sind also Überlastungen der Hand und nicht des Ellenbogens für den Tennisarm ursächlich. Der Betroffene spürt deshalb vor allem auch Beschwerden am Ellenbogen, wenn die Hand bzw. die Unterarmmuskulatur belastet wird. Häufig sind es alltägliche Bewegungen wie das Einschenken einer Tasse oder das Greifen eines Aktenordners, die ausgesprochen schmerzhaft sind.
Nicht selten sind Störungen im Bereich der Halswirbelsäule, wie beispielsweise chronische Verspannungszustände, für Beschwerden am Ellenbogen mitverantwortlich.
Bevor man sich im konkreten Fall über die optimale Behandlung von Ellenbogenbeschwerden Gedanken macht, sollte zunächst vom Fachmann abgeklärt werden, ob es sich tatsächlich um einen so genannten Tennisellenbogen handelt oder, ob nicht eine andere Ursache hinter den Schmerzen steckt. So können beispielsweise Erkrankungen der Halswirbelsäule, Nervenreizungen, Muskelveränderungen oder eine Arthrose des Ellenbogengelenk verantwortlich sein.

Auch bei Ellenbogenbeschwerden gilt: Nur eine exakte Diagnose gewährleistet einen sicheren Behandlungserfolg! Definierte Tests, die das Ellenbogengelenk direkt betreffen, werden ergänzt durch Untersuchungen der Halswirbelsäule und der Muskulatur sowie ggf. bestimmte Nerventests. Zusätzliche apparative Untersuchungen helfen bei der exakten Diagnosestellung: Neben dem klassischen Röntgenbild haben hier insbesondere moderne Verfahren wie Ultraschall und Kernspintomografie (MRT) an Bedeutung gewonnen.

Therapiemöglichkeiten
Soweit möglich sollte bei jeder Behandlung der Grundsatz gelten: Mit möglichst sanfter Therapie dauerhafte Heilung!. Gerade beim Tennisellenbogen muss der Patient die Erkrankung und das Behandlungskonzept verstehen, da er an der Genesung aktiv mitarbeiten muss.

Eigenbehandlung:
Eine wichtige Voraussetzung für das Ausheilen einer Sehnenansatzreizung, d.h. für eine dauerhafte Beschwerdefreiheit ist, dass der Sehnenansatz entlastet wird. Die chronisch erhöhte Spannung muss aus der Sehne genommen werden. Dies kann folgendermaßen erreicht werden:

  • Tätigkeiten, die Schmerzen auslösen, müssen gemieden werden.
  • Die Unterarmstreckmuskulatur muss intensiv gedehnt werden (Vergleiche Abbildung). Durch die regelmäßige Dehnung (3 bis 4 Mal täglich, jeweils 3 bis 4 Mal wiederholen, jeweils Position ca. 20 sec. halten) wird die erhöhte Grundspannung der Muskulatur normalisiert.
  • Eine weitere wichtige Voraussetzung ist, dass durch eine Verbesserung der lokalen Durchblutung die Selbstheilung des Gewebes gefördert wird. Empfohlen ist hierzu insbesondere eine selbstständige Eisbehandlung: 1 bis 2 Mal täglich sollte der schmerzhafte Bereich mit einem Eiswürfel abgerieben werden. Durch die Eisabreibung kommt es reaktiv im Gewebe zu einer maximalen Mehrdurchblutung, ähnlich wie beispielsweise nach einer Schneeballschlacht die Hände anfangen zu glühen.
  • Zusätzlich kann der schmerzhafte Bereich am Ellenbogen mit einer Eigenmassage behandelt werden. Die Durchblutung in der Tiefe des Gewebes kann so verbessert werden. Diese so genannte Querfriktion ist zwar nicht angenehm, aber sehr effektiv.
  • Eine Ultraschall- oder Elektrotherapie wirkt in ähnlicher Weise.

Bandagen:
Die so genannten Epicondylitisspangen oder -bandagen bewirken durch Druck auf die Muskulatur eine Regulierung der gestörten Muskelspannung und führen zu einer leicht veränderten Zugbeanspruchung am schmerzhaften Sehnenansatz. Eine Epicondylitisspange sollte über mehrere Stunden täglich insbesondere bei Belastung getragen werden. Die Erfahrungen mit Bandagen und Spangen sind recht unterschiedlich. Es gibt einige Patienten, die sehr gut auf eine solche Bandage ansprechen, andererseits auch viele Patienten, bei denen sich durch sie keine Verbesserung erzielen lässt.

Medikamentöse Therapie:

Die Behandlung mit Medikamenten kann grundsätzlich durch Tabletten oder Spritzen erfolgen. Salben sind in aller Regel nicht wirksam.
Die Einnahme von entzündungshemmenden Tabletten ist unterstützend empfehlenswert, z.B. wenn starke Schmerzen vorliegen. Bei stärkeren Beschwerden machen gezielte Injektionen an den gereizten Sehnenansatz mit einem entzündungshemmenden Präparat Sinn. Besonders effektiv wäre ein niedrig dosiertes Kortisonpräparat mit Depotwirkung. Es sollten jedoch keinesfalls mehr als 2 bis 3 dieser Injektionen im Abstand von jeweils ca. 3 bis 4 Wochen gemacht werden, ansonsten sind Schäden an der Sehne zu erwarten.

Stoßwellentherapie:

Bei der Stoßwellentherapie werden hochenergetische Schallwellen auf den schmerzenden Sehnenansatz geleitet. Durch die Wellen soll es zur Schmerzreduktion und Ausheilung der Sehnenreizung kommen. Es sind drei bis fünf Behandlungen im Abstand jeweils ein bis zwei Wochen zu empfehlen. Diese Behandlung wird bislang von der gesetzlichen Krankenkasse nicht übernommen, auch einige private Kassen übernehmen Sie nicht.

Akupunktur:

Bei der Akupunktur handelt es sich um eine alternative Behandlungsmöglichkeit, die in der Hand des erfahrenen Anwenders z.T. zu erstaunlichen Verbesserungen der Beschwerden beim Tennisarm führt. Über die Akupunktur kann zum einen die Spannung der Muskulatur direkt beeinflusst werden, zum anderen kann der Kreislauf Schmerz -Verspannung – Schmerz nebenwirkungsfrei unterbrochen werden. Es sind in aller Regel 10 bis 20 Sitzungen 2-mal wöchentlich empfohlen.

Operation:

Die operative Behandlung des Tennisarms steht am Ende der Behandlungsfolge. Sie ist dann zu empfehlen, wenn eine längerfristige intensive konservative Therapie mit Eigenbehandlung, Physiotherapie und medikamentöser Behandlung nicht zu einer dauerhaften Beschwerdefreiheit beim Patienten führt. Bei der Operation wird über einen kleinen Schnitt die Sehne von ihrem Ansatz gelöst und neu vernäht. Zudem werden sensible Nervenenden, die für die Schmerzübertragung verantwortlich sind, verödet. Der Eingriff kann ambulant durchgeführt werden. Die ersten 2 Wochen nach dem Eingriff sollte der Arm geschont werden. Eine Gipsbehandlung ist nicht erforderlich. Nach einer Regenerationsphase von ca. 6 Wochen kann mit Belastung des Ellenbogens wieder begonnen werden. Eine volle Belastungsfähigkeit ist nach ca. 10 bis 12 Wochen gegeben.

Unsere Darstellung von Therapiemaßnahmen gibt lediglich eine Übersicht der gängigsten Verfahren.Ein individuell abgestimmtes Therapiekonzept sollte nach exakter Voruntersuchung in jedem Einzelfall mit dem Arzt besprochen werden.

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